Das Google Freshness Update – Google will uns geben, was wir wirklich brauchen

… und das immer zur richtigen Zeit

Das Google Freshness Update 2011

Noch aktueller: die Google Suchergebnisse

Der Suchmaschinengigant will nur unserer aller Bestes. Deshalb überlässt er das, was wir bei unseren täglichen Suchen in den Weiten des Internets finden, nicht dem Zufall und schon gar nicht findigen SEO-Experten, die so manche Webseite zwar an die Spitze der Suchergebnisse bringen, leider aber den Suchenden inhaltlich nicht viel weiter.

Grund: nachdem Google Anfang 2010  das sog. Caffeine- Update  seiner Datenstruktur einführte, war es nun viel einfacher und schneller möglich, in die Suchergebnisse zu bringen. Aktualität und Echtzeit standen hier im Fokus. Die sozialen Netzwerke, Blogs, Foren, Bilder- und Videoarchive und jegliche Echtzeitergebnisse wurden nun stärker in die Suche einbezogen. Warum? Google argumentierte damit, dass Nutzer heute durch die Vielzahl an unterschiedlichsten Medienformaten im Netz auch multimediale und aktuellste Inhalte erwarten. Egal wo Inhalte veröffentlicht werden – Google sorgte für eine schnelle Indexierung und umfangreich-multimediale  Auswahl an aktuellen Ergebnissen, die Suchmaschine wurde schneller, aktueller und umfassender. Außerdem wollte Google – mit schlauem Blick in die Zukunft- gewappnet sein für den Anstieg an Informationen, die relevante Suchergebnisse liefern, egal in welchem Format (Blog, Bilder, Videos,etc.).

Einen Nachteil brachte die sehr schnelle Entwicklung allerdings mit sich: findige SEO-Experten machten sich dies zu Nutze und ließen sog. Content-Farmen wie  Pilze aus dem Boden sprießen. Hintergrund: diese Plattformen (Blogs, Artikel-Verzeichnisse) hatten im Netz nur einen Grund: Google vorgeben, relevante Inhalte zu haben. Hier wurden Texte, Bilder, Videos, Grafiken gesammelt um möglichst viele Klicks zu erzielen. Die Inhalte waren in vielen Fällen zwar groß und auf die Suche optimiert, aber boten nur oberflächlichen Nutzen. Häufig standen Online- Werbung als Geschäftsmodell hinter diesen Portalen oder Blogs. Nutzer kamen über ausgefeilte SEO-Maßnahmen und das Thema auf die Seite und somit zur angekauften Werbung. Inhaltlicher Mehrwert für den Nutzer bestand kaum, relevante Suchergebnisse erschienen weiter unten in den SERPs. „So billig und so schnell wie möglich produziert und massenhaft vorhanden- das Mc Donald‘ s der Onlinemedien!“ – so betitelte Michael Arrington, Gründer und Chefredakteur von TechCrunch diese Content-Farmen.

Das Panda – Update: Kampf gegen die Farmen

Dies wiederrum erkannt Google und bemühte sich um Abhilfe mit dem Panda Update. Denn Ziel der Suchmaschine ist es natürlich, dem Nutzer relevante Inhalte zu bieten … und die Werbeeinnahmen selbst zu steuern, die an SERPs gebunden sind ;-)

So räumte Google mit dem sog. Panda-Update seinen Suchalgorithmus auf. Wenn Content, dann sollte er „unique“ sein. Vollgepumpte Seiten, ohne erkennbaren Mehrwert wurden abgestraft. Gute Inhalte wurden definiert und sollen die Zukunft der besten SERPs darstellen. Neben dem Inhalt wurden gleich auch Usability einer Seite (Verweildauer, Struktur, …) analysiert, also: wie gut und schnell findet der Nutzer, was er sucht? Außerdem stellte Google auf der Seite befindliche Werbung mit den Inhalten in Relation: dünne Inhalte, viel Werbung hatten da keine guten Karten. Was aber viel Gewicht erhielt, ist die soziale Suche: Inhalte, die von Freunden und Bekannten aus den sozialen Netzwerken empfohlen wird, bekommt höheren Stellenwert.

Ein Ergebnis ist die Einführung des Google+ Buttons und dem Google-eigenen Netzwerk Google+, welches helfen soll, hochwertige Inhalte von der sozialen Seite her zu identifizieren. Beim Panda waren ca. 6%-12% der Suchanfragen betroffen (12% eher in den USA).

Freshness Update

Nach zwei schon sehr evolutionären Algorithmus-Änderungen, schlägt die Suchmaschine nun eine neue Richtung ein, von der ganze 35% aller Suchanfragen betroffen sein sollen. Im Mittelpunkt steht die Aktualität der Inhalte- oder besser: HOCHAKTUELL-relevante Inhalte sollen ausgegeben werden. Basis ist die vor 1 Jahr geschaffene Caffeine- Struktur. Wer also nach „Klimt und Wien“ sucht, wird so kurz vor dem Klimt- Jahr (2012) eher Ergebnisse erhalten, die sich um Ausstellungen, Termine, Museen und Informationen rund um das Klimt Jahr und dessen 150. Geburtstag drehen, als um seine Wiener Lebensgeschichte und sein Wirken in Wien. Google weiß, dass bei vielen Suchanfragen die Aktualität im Vordergrund steht – auch wenn es zur gleichen Suchanfrage viele andere relevante Inhalte gibt. Anders bei der Suchanfrage zum Wiener Künstler Otto Wagner. Hier erscheinen eher allgemeine und zeitlich unabhängige Ergebnisse.

Google bewertet im Freshness Update also Themen und Ergebnisse mit Aktualitätsbedarf. Ganz neu ist das nicht, schon länger wurden Trends und News berücksichtigt. Neu ist aber, dass die jüngsten Ergebnisse bevorzugt werden. Dies wird Blogs und News-Seiten weiteren Aufwind ermöglichen.

Wichtig dabei: Google erweitert und ersetzt seinen neuen Algorythmus nicht. Unique Content, soziale Faktoren, Mehrwert und Nutzerfreundlichkeit der Seite stehen weiterhin hoch im Kurs!

Google also sagt, dass Webseiten nun die Verfeinerung des Caffeine Updates  in enormer Geschwindigkeit gecrawlt werden um die aktuellsten Ergebnisse sofort anzuzeigen, auch jene, die erst wenige Minuten alt sind.

Drei Aspekte werden hier im Zusammenhang mit dem Grad Aktualität die Ergebnisse beeinflussen:

  1. Jüngste  und Hot Topic Ereignisse: hier gehen Inhalte kürzester Zeit in die Ergebnisse (statt Stunden ist eine Indexierung innerhalb von Minuten möglich).
  2. Regelmäßig wiederkehrende Ereignisse: Hier möchte Google, dass sich die Ergebnisse die aktuellsten Ereignisse beziehen. „Opernball Wien“ soll also vor allem den 2012 stattfindenden Opernball bevorzugen, weniger die Berichte aus vergangene Jahren.
  3. Frequent Updates: Manche Informationen ändern sich schnell und häufig, sind aber keine aktuellen Ereignisse. Beispiel: die Suche nach „das beste Smartphone testbericht“ soll die aktuellsten Testberichte ganz oben anzeigen, nicht die besten Smartphones, die noch 2009 identifiziert wurden.

Was wir aus den Neuigkeiten lernen:
Google wird nicht müde, die Suchergebnisse auf unsere Bedürfnisse bestmöglich zu optimieren. Für die Welt der Webseiten und Blogs bedeutet dies ein weiteres Signal: Mehrwert (durchdachte Inhalte, Aktualität und der Fokus auf dem Suchverhalten) ist die Währung im Netz und wird es auch bleiben.

Und wer profitiert davon?

Auf der einen Seite die Suchenden. Wir wissen nun endlich, wo der Link zu “Aktuellste Ergebnisse” hinverschwunden ist. Google spart uns lange Klickwege und erspart uns veraltete Informatonen.

Inhaltslieferanten, die tatsächlich für den Nutzer schreiben und Inhalte produzieren, werden mit schönen – vieleicht sogar minutenschnellen Suchergebnissen ihres Contens belohnt.

Gewinner und Verlierer gibt es in der Art wie beim Panda Update nicht, da beim Freshness Update weniger bestraft wurde. Eher gibt es “Dazugewinner” durch das das Frehness Update für einige bekannte Seiten, die Searchmetrics aufzeigt.

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  1. Freshness Update – Google will uns geben, was wir wirklich brauchen | Suchmaschinenoptimierung | Scoop.it - 7. November 2011

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